reSource@Connecting People Apart

The Community Complex – A Post-Media Lab conference
Teil der Reihe “Connecting People Apart” 

 

Unabhängig davon, ob man etwas mit der "community industry" zu tun haben will oder nicht - sie hat immer etwas mit einem zu tun. Durch ihre stetige Ausbreitung haben sich die Arten, durch die uns mit einander in Beziehung setzen, uns um einander kümmern, miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten verändert. Selbst die emotionalsten Elemente der Netzwerkkultur werden immer schneller in Form von Produkten arrangiert. Da der virtuelle Raum bereits schon so erweitert wurde, wird der reale Raum mehr denn je virtualisiert und verbrieft und verkümmert schließlich. Der Aufstieg der aus Netzwerken bestehenden Gemeinschaft traf durch Zufall mit einem radikalen Abbau von nationalen und städtischen Gemeinschaften im Zeitalter der Einschränkungen zusammen. Weil Dienstleistungen unterdrückt werden, füllt die Gemeinschaft selbst die Lücke. "Community" ist heute in Zeiten der neoliberalen Netzwerke zugleich Ziel von Regierungen und von Unternehmen.

 

Communities gehen über den kommerziellen Antrieb, weit voneinander entfernte Menschen zusammenzubringen, hinaus. Sie boomen auch in der Post-Internet Ära. Allerdings sind nicht nicht nur aus angriffslustigem Nationalismus und dem Web 2.0 hervorgegangen, sondern stehen in einer langen Tradition von Antworten der alternativen, künstlerischen und politischen Kulturen auf Kommerzialisierung und Industrialisierung: Von den Puritanern und Diggern des 17. Jahrhunderts, den Künstlerkommunen des 19. Jahrhunderts, über die politische Besetzerszene nach der 68er-Generation, bis hin zu den Hacklabs der letzten Jahre und neuen Bewegungen wie Anonymous. The Community Complex fragt danach, inwieweit normative Formen der Sozialisierung und Identifikation nicht nur geschaffen, sondern auch herausgefordert werden - im heutigen Mix des Virtuellen und Realen, der freien und bezahlten Arbeit, des Rechnerischen und Emotionalen, der Echtzeit und der biometrischen Zeit und der unterschiedlichen Betrachtungen von Verbindungen. Um diesen Fragen nachzugehen werden verschiedene Perspektiven und Erfahrungen zusammengebracht, die sich kritisch mit den neuen Realitäten der mediatisierten Community und ihrer Wiedererfindung beschäftigen.

 

Friday, 22 June 2012, 13:00-20:00.

Venue: Denkerei, Oranienplatz 2, 10999 Berlin

 

Teilnehmer: Johannes Paul Raether (Basso), McKenzie Wark (The New School, New York), Nishant Shah (Centre for Internet & Society, Bangalore), Marcell Mars (MaMa, Zagreb), Tatiana Bazzichelli (transmediale/reSource), Clemens Caspar Mierau (Spackeria/c-base), Pod (CiTiZEN KiNO/XLterrestrials, Berlin/San Francisco), Graswurzel TV, foebud e.v. (Bielefeld), Tactical Technology Collective (Berlin und Bangalore).

 

13:00-15:00 / Workshop I: Practice
15:00-15:30 / Pause
15:30-17:30 / Workshop II: Privacy
18:00-20:00 / Evening Panel

 

Weitere Informationen: www.postmedialab.org/cpa-events