Costanza

Jahr: 
2011
Duration: 
9:40 min
Format:
film/video

Seitdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der praktische Wert der Elektrizität entdeckt wurde, eröffnete die nahe Beziehung zwischen ihr und dem Körper in unserer Kultur vielfältige Trajektorien: z. B. das Monster Frankenstein und die Fantasie, totes Gewebe wiederzubeleben, die Experimente, bei denen Gehirnzellen zu besserer Denkleistung stimuliert werden oder auch der elektrische Stuhl für Hinrichtungen. Costanza macht ein weiteres Kapitel in der komplexen Geschichte des elektrifizierten Körpers auf. In ihrer leeren Wohnung steht sie in Unterwäsche vor der Kamera und berührt ihren Körper mit der Spitze eines an den Verstärker angeschlossenen MiniJack-Kabels. Indem sie das Kabel über verschiedene Zonen nackter Haut bewegt, fließt die Strömung aus dem Verstärker durch ihren Körper und weiter in den Fußboden. Die Geräusche dieses elektrischen Kreises ertönen aus den an den Verstärker angeschlossenen Lautsprechern. Berührt sie allerdings bedeckte Körperzonen, ergibt dies kein Geräusch. Die Performance hat etwas von einer Peepshow oder von Sexvideos, wie man sie im Internet findet, nur dass es weder Striptease noch Sex zu sehen gibt – nur ihren Körper und die Elektrizität, miteinander verbunden in einem kühlen, doch gespannten Akt der Intimität.